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August 2016

Mythos: Nur wer konsumiert, nützt der Wirtschaft

Das deutsche zu den Sparern Nr. 1 gehören gilt als kein Geheimnis mehr. Doch speziell in dem Umfeld von niedrig oder sogar negativen Zinsen sollen die Sparer zum Konsumieren angeregt werden. "Konsumieren, um die auf der Stelle tretende Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen" wird angepriesen. Nach Keynes soll die Volkswirtschaftliche-Nachfrage im Abschwung durch erhöhten Konsum stimuliert werden.

Anstatt das Geld in schlechten Zeiten auf die Seite zu legen, was zu einer tiefen Rezession führen könne, sollen die Bürger konsumieren und so die Wirtschaft ankurbeln. Die Theorie ist nur bedingt anwendbar, weil wir uns derzeit in keiner Rezession sondern im leichten Wachstum befinden. Auch haben Länder mit einer höheren Sparquote als Deutschland trotzdem ein höheres Wirtschaftswachstum als wir. Vorne heran Indien und China liegen mit einer Sparquote von 32% bzw. 41% deutlich vor Deutschland mit 10% und haben dennoch ein höheres Wirtschaftswachstum zu verzeichnen. Japan hingegen hat eine Sparquote von nur 2% und ist trotzdem seit Jahren mit einer stagnierenden Wirtschaft konfrontiert, die trotz radikaler geldpolitischer Instrumente nicht in Schwung zu kommen scheint. Aber wieso kann man von einer geringen Sparquote nicht auf hohen Konsum und Wirtschaftswachstum schließen?
Dafür ist die Art des Sparens verantwortlich. Sparen unter dem Kopfkissen führt das Geld nicht zurück in den Wirtschaftskreislauf, aber der Erwerben von Aktien, Versicherungen oder Bankeinlagen führt zu einer höheren Kapitalakkumulation, die an den richtigen Stellen produktiv investiert werden kann und so ein weiteres Wachstum fördert. Der wichtigste Treiber für Wirtschaftswachstum ist nach wie vor Investitionen in die Wirtschaft, denn Firmen profitieren von Investitionen, was sich positiv auf die Löhne der Arbeitnehmer und so auf die Volkswirtschaftliche-Nachfrage auswirkt.
Hinzu kommt, dass geringer entwickelte Entwicklungsländer wie Indien und China noch mehr Entwicklungspotentiale besitzen, die wir als Industriestaat bereits ausgeschöpft haben. So können diese Entwicklungsländer Wachstumsraten erzielen, die für Industriestaaten nahezu unmöglich zu erreichen sind. Langfristig werden sich die hohen Wachstumsraten der Entwicklungsländer mit steigendem Entwicklungsstand unserem Wachstum anpassen, was in China bereits zu beobachten ist. Deshalb sind Vergleiche von Sparquoten zwischen Entwicklungs- und Industriestaaten nur bedingt möglich.
Jedoch existiert die keynesianische Illusion, dass Konsum in wirtschaftlich unruhigeren Zeiten sinnvoller ist als schlaues Sparen, derzeit nicht. Trotz unsicheren Zeiten, die durch den Brexit, China oder die nationalistische Entwicklung Europas gespeist werden, sollte Sparer das gesparte Kapital bedacht und sinnvoll an die Wirtschaft zurückgeben, um über produktive Investitionen die wirtschaftliche Entwicklung nachhaltig zu fördern. 

Foto: © pexels.com

Quelle: Netfonds AG / Netfonds - News + Top Thema


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